Avocet Vertech - Summary

From: roland@geo.uni-sb.de (Juergen Roland)
Newsgroups: de.rec.alpinismus
Subject: Avocet Vertech - Summary
Date: Sun, 25 Aug 96 00:32:22 GMT
Organization: Dept. of Geography - University Saarbruecken

Avocet Vertech - Summary

Hallo,

zunaechst mal vielen Dank an alle, die mir auf mein Posting von vergangener Woche geantwortet haben. Hier eine Zusammenfassung:

1) Temperaturkompensation:

Ist gegeben. Es gab aber Hinweise, dass es damit nicht sehr weit her sei (grosse Anzeigeschwankungen etwa beim Verlassen der Huette). Im Fachhandel wurde mir gesagt, bei grossen Temperaturunterschieden traete dieser Effekt bei vielen elektronischen Hoehenmessern auf; das Geraet benoetige etwa 2-3 Minuten fuer die Adaption.

2) Messgenauigkeit:

Abweichung je nach Exemplar max. 5-7%. Laut Manual ist eine Eichung (auch der Temperaturanzeige) moeglich, sofern man Zugang zu entsprechend genauen Werten hat. Das Nachjustieren unterwegs sollte allerdings nicht nur "jeden Morgen vor der Huette" erfolgen, sondern nach Moeglichkeit an jedem zweifelsfrei zu identifizierenden Ort, dessen Hoehe bekannt ist. Dabei faellt mir auf, dass 5% Abweichung eigentlich eine ganze Menge sind, bei 2000m Meereshoehe immerhin schon 100m Differenz. Oder ist diese Angabe anders zu verstehen ?

3) Luftdruckmessung:

Die Meinungen, ob nun die Messung kontinuierlich erfolgt, oder in Intervallen, gingen auseinander. Es scheint aber festzustehen, dass es je nach Grundeinstellung Unterschiede gibt. Auch soll es einen Stromsparmodus geben. Mir ist allerdings schleierhaft, wie das funktionieren soll, denn selbst auf einem Tisch liegend bleibt der Luftdruck ja nicht aber zwingend konstant, so dass eine derartige Funktion wohl nicht sehr lange aktiv bliebe, oder ?

4) Temperaturmessung:

1 Grad Aufloesung wurde von den meisten als ausreichend bewertet, bemaengelt wurde aber, dass die Genauigkeit unter 0 Grad deutlich nachlaesst und dass anscheinend das Tragen am Handgelenk das Ergebnis beeinflusst (duerfte m.E. nicht sein, so lange der Messfuehler nicht gerade auf der Geraeteunterseite ist :-)

5) Betriebstemperaturbereich, Display und Batterie:

Diversen Tests in Gefriertruhen und gummibereiften Backoefen zufolge macht der Avocet klaglos alles mit, was man ihm zwischen (mindestens) -18 Grad und +50 Grad zumutet. Das gilt fuer Batterie und Display. Die Batterielebensdauer wird zumeist mit 2 Jahren angegeben, teils laenger. Der Batteriewechsel sollte wegen Dichtigkeitspruefung unbedingt von einem entsprechenden Fachhaendler durchgefuehrt werden (deckt sich auch mit meinen Erfahrungen mit anderen (wasserdichten) Uhren). Die Preise dafuer wurden mit 15 bis 50 DM angegeben. Mehr als 20 DM hab' ich selbst fuer Batterie + Test noch nicht bezahlt, 50 Maerker erscheinen mir arg hoch; da wird wohl jeder Penny auf den Kunden abgewaelzt und noch ganz gut dran verdienent ...

6) Robustheit:

Das Gehaeuse ist komplett aus Kunststoff und - das wurde von allen bemaengelt - nur maessig bis gar nicht kratzfest. Auch die Tasten scheinen anfaellig fuer Beschaedigungen zu sein.

7) Ausfallquote, Kulanz, Service:

In beinahe jedem Follow-up wurde von mehreren 'verbrauchten' Geraeten berichtet. Mal gaben sie nach 6 Monaten, mal erst nach knapp zwei Jahren den Geist auf, also noch rechtzeitig vor Ende der Garantiezeit (die angeblich fuer Ski- und Bergversion unterschiedlich sein soll, obwohl im Kern baugleich). Die nur noch absoluten Mist anzeigenden Teile wurden immer auf Kulanzbasis billig oder kostenlos repariert bzw. gleich umgetauscht. Mehrfach wurde die Vermutung geaeusserst, es koenne auch an einer zur Neige gehenden Batterie liegen (fuer korrekte Messungen nicht mehr ausreichende Spannung).

8) sonstiges:

+ relativ genaue Anzeige von Hoehe + Luftdruck
+ relativ kompakte Bauweise
+ grosser Messbereich
+ preiswerte Alternative zum Thommen (u.ae.)

- etwas kryptische Bedienung
- Displaybeleuchtung fehlt
- Anfaelligkeit fuer Stoerungen und Beschaedigungen

Nach einer ersten 'Besichtigung' halte ich die Bedienung nur in den wenigen Punkten fuer kryptisch, die man sowieso nur alle Schaltjahre benoetigt. Eine Displaybeleuchtung waere in manchen Situationen sicherlich hilfreich, wuerde aber zu viel Energie verbrauchen. Da verzichte ich lieber - mit meiner jetzigen Uhr geht's auch ohne.

Jede Menge Informationen, aber im Grunde bin ich immer noch unschluessig, wie ich mich entscheiden soll. Fest steht nach wie vor nur folgendes: ein 'kleiner' Thommen ist mir nicht genau genug, ein 'grosser' _viel_ zu teuer.

Als Alternativen bleiben der Casio Mountain Twin Sensor und der Eschenbach Alpin EL. Letzteren ziehe ich aber wegen Handling (Hand- geraet) und Preis nicht ernsthaft in Betracht. Der Casio hat einen vernuenftigen Messbereich, ist aber zu klobig und hat eine weniger gut ablesbare Anzeige als der Avocet. Was mich aber am meisten stoert, ist die Tatsache, dass er nicht temperaturkompensiert ist.

- Oder weiss jemand, ob an dem Geruecht, die neueren Exemplare des Casio seien temperaturkompensiert, etwas dran ist ?

Falls nicht, spricht trotz diverser Maengel alles fuer den Avocet, v.a. da er derzeit fuer rund 200 DM zu haben ist.

- Bleibt allerdings die Frage, ob das Geraet bei irgendjemandem schon mal in kritischen Situationen versagt hat ?

Greetinx, Juergen

redaktionell bearbeitet by Th. Frank , 4. September 1996