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Skihochtouren um Chamonix ![]()
Servus,
es soll doch tatsaechlich hier welche geben die sich fuer so sachen wie tourenberichte, etc. interessieren. an genau die ist das folgende gerichtet.
wir, d.h. 5 Bergbegeisterte der jungmannschaft des dav leutkirch waren von gruendonnerstag bis ostermontag nun zum 2ten mal auf der suche nach skihochtourenzielen um chamonix. nach dem letzten jahr um die argentierehuette (war absolut genial) gings dieses jahr ein tal weiter. die leschauxhuette (2431m) oder besser -biwak war fuer die tage unser basecamp.
vorab sei angemerkt, dass es sich bei der leschaux um eine blechbaracke handelt, die offiziell 13 personen platz bietet. bewartet ist sie nur zur sommerszeit und dient dann hauptsaechlich den jorassesnordwandaspiranten als ausgangspunkt. demnach darf man von ihr keinerlei luxus erwarten. im gegensatz zu vielen, vielen winterraeumen in den ostalpen ist sie aber doch recht gut ausgestattet: notruftelefon, 4-flammengasherd, div. toepfe und besteck und genuegend decken. allerdings ist sie ob ihrer recht exponierten lage und dem nichtvorhandensein von fliessendwasser nichts fuer zartbeseitete. den gang zum "scheisshaus" kann man als eigenstaendige, bei vereisung auch gefaehrliche tour bezeichnen. doch die lage direkt unter der jorassesnordwand entschaedigt fuer alles! einfach grandios!!!!!!!!
doch nun zu dem was wir so machten:
donnerstagmittag: auffahrt zur aig. du midi (3800m) (einfach ca. 160ff). abfahrt durchs vallee blanche zur ref. du requin. dort wollten wir eigentlich die erste nacht verbringen. doch dank probleme mit der gasanlage (->huette neu renoviert!) war die uebernachtung dort behoerdlich verboten!!! wie's jetzt aussieht kann ich nicht sagen. in jedem fall zuvor erkundigen!
also dann weiter: von dort mit unseren 25kg rucksaecken in einer stunde incl. eines kleinen gegenanstiegs von ~200m zur leschaux. das alles bei absolutem traumwetter!!! doch diesmal hatte der chamonixer wetterbericht (=meteo)recht. karfreitagfrueh innerhalb einer stunde machte es von westen her dicht -> massiver temperatursturz, schneesturm, etc. folge: ein tag in der schachtel!
dann aber am samstag, wie der meteo vorhersagte, massive wetterbesserung, bei deutlich tieferen temperaturen und ca. 30 cm neuschnee. da nahmen wir die breche des periades (3400m) ueber den glacier du mont mallet in angriff. ganz toller und abwechslungsreicher aufstieg durch einen sehr wild zerrissenen gletscher. dank neuschnee und tiefen temperaturen hatten wir eine super abfahrt ueber die 1000m bis hinunter zur huette. ein weiterweg zum mont mallet oder zur aig. de rochefort erscheint als machbar, wenn man etwas frueher als wir aus der falle kommt. man muss hierfuer ca. 6-8 std. einplanen. der bergschrund unterm mont mallet ist nicht sehr weit.
am samstag wurde im uebrigen das linceul (=leichentuch) an der jorassesnordwand von mehreren seilschaften durchstiegen. nach deren auskunft ist durchgehend eis vorhanden, wenngleich es in der einstiegsrinne nicht allzu dick sein soll. von 'thin ice' ist uebrigens im tourenbuch des ohm oefters die rede! aber sicherlich deutlich mehr als im letzten jahr.
ostersonntag: aufstieg zur pointe isabelle (~3760m). dies ist ein vorgipfel der aig. triolet. der aufstieg fuehrt von der huette ein wenig talwaerts bis zum winterweg der couverclehuette. die ersten 300m sind sehr steil (seitenmoraene,..). man laesst die couvercle links liegen und steigt recht flach direkt ins talefrebecken, auf den glacier du courtes zu. bei der vereinigung mit dem weg von der couvercle beim jardin des .... (weiss nicht mehr wie das heisst, ist so ne mittelmoraene) beginnt die steigung wieder. auf dem glacier du courtes gehts dann recht steil her. die bruchzonen werden in grossen boegen (meist links) umgangen.
bis auf ca. 3350m beim plateau unterhalb der seracs du courtes aber alles in allem recht problemlos. der weiterweg ist nun ganz anderst als in den schweizer- oder den ign-karten verzeichnet! ein durchschlupf durch die seraks erscheint zum einen nicht sinnvoll und zum anderen nicht machbar! darauf weisst auch der fuehrer von anselm baud (leider nicht mehr erhaeltlich) hin. man steigt nun nach rechts ueber einen sehr steilen hang bis zu p.3401 an. dort skidepot. nun immer dem grat folgen. zuerst ca. 50m firn an ueber leichtes kombiniertes, aber recht steiles, blockgelaende (ca.70m) weiter bis dann wieder ein sehr schoener firngrat folgt. bis ca. 3600m auf diesem bleiben. die letzten meter wiesen bei uns blankeis auf, so dass wir nach rechts querten. man erreicht ein flaches plateau. auf diesem weiter bis zum felsaufbau der isabelle. ca. 30-40m IIIer gelaende fuehren zum gipfel. eine abseilstelle ist eingerichtet. abfahrt dann wie aufstieg.
eine sehr empfehlenswerte tour mit insg. ca. 1700m im aufstieg. wie wir merkten begnuegten sich alle mit dem aufstieg bis zum skidepot, was eigentlich sehr schade ist, denndie tollsten stellen kommen weiter oben. ein weiterer vorteil ist der, dass der aufstieg komplett von der couvercle einsehbar ist!
was nun folgte war eine horrornacht! auch nicht verwunderlich: requinhuette ferme, couverclehuette complet, wochenende und zudem ostern. wir zaehleten so um die 25 personen die auf der leschaux uebernachteten - an schlaf war bei der enge nicht zu denken!!! aber man wills ja so!!
ostermontag: abwarten bis all die francaises und italianos bis 9 uhr die huette verlassen haben - auch noch deren muell etwas beseitigen (so sind sie nunmal die deutschen!) und dann retour in die zivilisation. abfahrt bis montenvers, dann mit telecabine und zahnradbahn zurueck nach chamonix. eine abfahrt bis chamonix erscheint wegen fehlenden schnees weiter unten als nicht sehr sinnvoll. preis: 60 bzw. 23 ff - kommt auf die laune der kassierer an: mit jugendleiterausweis klappts fast immer, mit normalem dav-ausweis manchmal - einfach mal versuchen - schlagwort:special price.
nach diesen tollen tagen, da oben im gebirge, wohl einem der wildesten ecken der alpen, mit grandiosen ausblicken und touren (aber nur wenn die verhaeltnisse passen!!!!!!!!!) gibt man doch dann gern auch mal 34ff (=dm10) fuer ne halbe bier auf einer der unzaehligen sonnenterassen (z.b. le grand cafe, l'm, ..) in chamonix aus.
das wars nun. aber wir werden ganz, ganz sicher wieder hier her zurueckkehren. chamonix ist nicht nur im sommer geil, auch der gemeine skitourengaenger kommt voll auf seine kosten und wie man sieht nicht nur am montblanc selbst.
ich hoffe ich habe hiermit doch etliche dazu animiert auch mal dorthin zu gehen.
wolfgang
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