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Wiederholung der 'Action Directe' ![]()
"Rueckblickend ist fuer mich die wichtigste Erkenntnis, dass der Weg zu einer solchen Rotpunktbegehung vieleicht das Wichtigste und Schoenste daran ist." sagte Alexander Adler, nachden er am 13.9.95, fast auf den Tag genau 4 Jahre nach deren Erstbegehung, die nach wie vor schwierigste Route Deutschlands und vermutlich der Welt wiederholen konnte: Wolfgang Guellichs "Action Directe".
Der Weg dorthin war in der Tat lang und beschwerlich. Den gesamten Winter 94/95 ueber hatte Alex ein konsequentes Muskel- und Fingeraufbautraining ab- solviert, um die ausergewoehnlichen Belastungen verletzungsfrei zu ueber- stehen. Den Sommer ueber war Training mit "natuerlichem" Zusatzgewicht ange- sagt, zwischen 63 und 68kg wog Adler zu der Zeit. Erst drei Wochen vor dem Durchstieg reduzierte er sein Gewicht auf 60 kg. "Haette ich von Anfang an mit wenig Gewicht trainiert, so haette ich die Tour nie ohne Ueberlastungs- schaeden ueberstanden." Ungewoehnlich war auch die Arbeit an der Tour, da Alex am Ausstieg begann und sich nach unten durcharbeitete. "Ich wollte im Fall eines Durchstiegs den Ausstieg perfekt beherrschen", erklaerte er seine Methode. Das Engagement war betraechtlich, doch Mangel an Motivation war keines von Adlers Problemen. "Es klingt verrueckt, aber ich war von Anfang an, auch als ich noch keine Stelle klettern konnte, begeistert von der Zugfolge. Ich war jedes mal mehr begeistert von der Tour. Zuletzt hat mich der Weg so in Beschlag genommen, dass ich ueberhaupt nichts anderes mehr geklettert bin. Wenn man so will, habe ich bis auf einige Aufwaermrouten die letzten 3 Wochen nur immer wieder diese dreizehn Zuege geklettert."
Am 13 September schliesslich, ein warmer Tag, nachdem es zuvor geregnet hatte und der Einstiegsbereich der Route pitschnass war, wollte Alex nur einige zwanglose Versuche machen. Nach zwei Fehlversuchen war es Zeit, die Schlingen abzubauen. "Ich dachte aber: Versuch es halt nochmal. Auch diesmal kam der Sprung am Einstiegszug auf Anhieb. Am letzten Karabienerclip ruhte ich noch einige Sekunden, bevor der Finger im Loch taub wurde, und los ging's: Leiste, Seitgriff, Zweifingerloch und... - in dem Moment wurde mir bewusst, dass ich ueber meine obligatorische "Abtropfstelle" weg war! Jetzt hiess es fighten was geht. Kreutzgriff, Aufloesen, Leiste - bloss nicht denken vor dem letzten Zug! Seituntergriff und Ausstiegsgriff. Der Rest war wie im Traum und dann der erloesende Jauchtzer,na ja, eher ein Schrei..."
Bleibt nur noch eine Frage, die nach der Bewertung. "Es ist mit Abstand die schwerste Tour, die ich je gemacht habe", meinte Alex und schloss sich der Bewertung Wolfgang Guellichs an (XI). Zur Bewertung nach franzoesischer Skala auesserte er sich vorsichtiger, schloss den Grad 9a jedoch nicht aus.
Rotpunkt 6/95 ; Abgetippt von Thorsten Schmitt
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